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Sonntag, 4. Dezember 2016

Eigentlich tolle Leistung und trotzdem: "Wieso"?

Nach einer starken Vorstellung gegen den Tabellenzweiten EHC Bülach hätte der EHC Arosa den Sieg absolut verdient. Und doch setzt es eine 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen ab. Nach diesem Spiel stellen sich drei schwergewichtige "Wieso's".

Die Aroser machen an diesem Abend vieles bis fast alles richtig. Fast alles ist am Schluss dennoch aber aus drei Gründen nicht ausreichend.

Erstes "Wieso": Wieso werden so viele Torchancen ausgelassen?

Die Mannschaft steckt den sehr frühen Gegentreffer nach lediglich 96 Sekunden vorzüglich weg und ist von da an klar besser. Die Bülacher haben bis zum Ende der regulären Spielzeit lediglich noch zwei wirklich gute Torchancen. Ganz im Gegensatz zu den Schanfiggern, die eine Vielzahl an Gelegenheiten zum Teil glänzend herausspielen, aber viel zu wenig daraus machen. Die 2:1-Führung durch die Tore von Massimo Cordiano und Loris Weber bis fünf Minuten vor Schluss ist zu magerer Lohn. Möglichkeiten zur vorzeitigen Entscheidung sind genügend da. Wieso aber versagen vielfach vor dem gegnerischen Tor die Nerven? Dies ist schwer zu beantworten, es bleiben nur Mutmassungen. Die vielfach vor den Matches festzustellende Nonchalance und scheinbare Unkonzentriertheit einzelner Spieler beim Aufwärmen ist möglicherweise die Quittung davon bei den Hochkarätern im Spiel.

Zweites "Wieso": Wieso schalten Hirne einfach aus?

Der EHC Arosa verliert dieses Spiel auch, weil einzelne Aroser an diesem Abend der Mannschaft gegenüber einen Bärendienst leisten. Christopher Williamson schubst ohne Not und weit weg vom eigenen Tor einen Gegenspieler, der den Kopf weit unten Richtung Bande hat, mit beiden Händen in die Spielfeldumrandung. Die Folgen sind 2 plus 10 Minuten Disziplinarstrafe und in der Konsequenz der späte Ausgleich der Gastgeber. Dies zu einem Zeitpunkt, wo zwar Williamsons kleine Bankstrafe abgelaufen ist, die Mannschaft sich aber noch nicht vom Druck der Bülacher befreien kann und Loris Weber nach einem Stockschlag auch die Kühlbox aufsuchen muss.

Dieser Loris Weber wird zwei Minuten vor Schluss unfair gecheckt und es riecht nach einem Ausschluss gegen einen Zürcher Unterländer. Der Aroser Olivier Hostettler, der an der Szene nicht beteiligt ist, verliert sich und schlägt einem Bülacher fadengerade die Faust ins Gesicht. Diese Disziplinlosigkeit ist die wohl ausschlaggebende Szene, die Arosa an diesem Abend die Ernte möglicherweise zerstört. In der Folgeaktion knöpfen sich zwei Bülacher Hostettler vor, was weitere Konsequenzen auslöst und zum dritten "Wieso" führt. Dem Zweiten kann nur mit dem Ausschlussverfahren sich angenähert werden. Die fehlende Routine oder jugendlicher Übermut können nicht Gründe dafür sein.

Drittes "Wieso": Wieso können Linesman im Match sich selber zum Head Referee machen, daraufhin alles falsch beurteilen und sich unmittelbar nach Matchschluss gleich ein Bierchen gönnen?

Nando Jeyabalan sieht, dass Hostettler nach dessen Faustschlag durch zwei "Bülis" gerächt wird und will einen Gegenspieler daher wegziehen. Der vor nicht langer Zeit vom Hauptschiedsrichter zum Assistenten degradierte Otmar Büsser übernimmt in diesem Match zum zweiten Mal entscheidend die Spielleitung, behauptet "Jeya" sei von der Spielerbank aus aufs Eis gekommen und hätte in die Prügelei eingegriffen - was automatisch einen Restausschluss bedeute. Er liegt dabei genau so falsch (weil Jeyabalan die ganze Zeit auf dem Eis ist, wie schon bei der ersten Aktion, wo er seinen Vorgesetzen für Verteidiger Mathias Hagen zu einer Spieldauerdisziplinarstrafe drängt, obwohl der Head hörbar nur eine 2 + 10 Minuten Strafe aussprechen will.

Das falsche Strafenverhältnis nach der Aktion "Hostettler" (0 gegenüber 4 Minuten) und Nando Jeyabalans ungerechtfertigter Ausschluss haben weitreichende Folgen. Die Mannschaft spielt längere Zeit in Unterzahl und muss in der Verlängerung wie im Penaltyschiessen auf den Spieler verzichten, der auf Grund seiner Schnelligkeit, Stocktechnik und Kaltblütigkeit prädestiniert gewesen wäre, das Spiel zu entscheiden.

Der entmachtete Head Referee und seine zwei vogelwilden Linienmänner schiessen den Vogel zum Schluss endgültig ab, als Assistent Stefan Blatti sich vom Eis kommend gleich ein Bier schnappt und genüsslich trinkend an den verdutzten Arosern in die Kabine zottelt.

Aber: Die Frage nach dem dritten "Wieso" hätte nie gestellt werden müssen, wenn die zwei Ersten auch nie Thema geworden wären. Und dafür ist der EHC Arosa selbst schuld. Durch all diese Ereignisse gerät leider eine an und für sich wirklich sehr gute Leistung der Aroser in den Hintergrund.

EHC Bülach - EHC Arosa 3:2 n.P. (1:0, 0:1, 1:1, 0:0)
Sportzentrum Hirslen, Bülach, 266 Zuschauer, Schiedsrichter Baumann; Büsser, Blatti

Tore: 2. Eggimann (Stiefel) 1:0, 28. Cordiano (Jeyabalan) 1:1, 46. Weber (PP2, Cordiano, Klopfer) 1:2, 55. Urech (PP, Kobert, Ronner) 2:2, 65. Schaufelberger (Penaltyentscheidung) 3:2

EHC Bülach: Seifert; Weber, Wilhelm, Pils, Waller, Ronner, Huber, Hügli, Ottiger, Thomet, Stiefel, Schenk, Lemm, Schaufelberger, Kobert, Urech, Eggimann, Andersen, Basasrte, Walder, Marzo

EHC Arosa: Caduff; Klopfer, Cordiano, Steiner, Hagen, Carevic, Rufer, Amstutz, Däscher, Hostettler, Williamson, Weber, Jeyabalan, Kessler, Holinger, Tonndorf, Dimasi, Guidon, Plüss

Strafen Bülach: 6x2 Minuten
Strafen Arosa: 7x2 Minuten + 1x5 Minuten + 2 x Spiedauerdisziplinarstrafen (Hagen, Jeyabalan)

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Cola, Rühl, Agha, Bruderer

1. Liga Ost, 19. Runde:
03.12.16 17:00, Pikes EHC Oberthurgau - EHC Seewen 5:1
03.12.16 17:30, SC Weinfelden - EHC Wetzikon 6:5 n.V.
03.12.16 17:30, EHC Frauenfeld - EHC Dübendorf 3:5
03.12.16 17:45, EHC BÜLACH - EHC AROSA 3:2 n.P.
03.12.16 20:00, EHC Chur Capricorns - EC Wil 5:0

1. Liga Ost, Tabelle:
01. EHC Dübendorf 18/42
02. EHC Bülach 18/41
03. EHC Frauenfeld 18/36
04. EHC Chur Capricorns 18/37
05. EHC AROSA 19/35
06. EHC Seewen 19/33
07. EHC Wetzikon 18/29
08. Pikes EHC Oberthurgau 18/27
09. SC Weinfelden 18/15
10. EC Wil 18/5
11. EHC Uzwil 18/0


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EHC AROSA-MUSEUM mit INTEGRIERTEM FANSHOP in AROSA:
Öffnungszeiten:
- Sonntag, 04. Dezember: 10 -15 Uhr
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Nando Jeyabalan ist wie fast immer mit voller Fahrt unterwegs (Foto: sast-photos.com)

Arosas Goalie Dario Caduff spielt einen abgeklärten Match (Foto: sast-photos.com)

Verteidiger Danilo Dimasi (links) mit Geduld beim Passspiel (Foto: sast-photos.com)

Arosa-Captain Reto Amstutz geht gleich als Bully-Sieger hervor (Foto: sast-photos.com)