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Donnerstag, 15. Dezember 2016

Entgegen eigener Überzeugung: EHC Arosa hält Bewerbung für Swiss Regio League aufrecht

Der EHC Arosa bewirbt sich weiterhin für die Swiss Regio League (SRL). Der Club beurteilt die SRL dennoch als Fehler, der von Seiten der Ligakonstrukteure gemacht wird, kommt aber auf Grund der Zukunftspläne an einem Mitmachen nicht vorbei. Bis heute Abend haben die Clubs zu entscheiden, ob sie an der vor der Gründung stehenden neuen Liga im Falle einer Qualifikation teilnehmen möchten. Ein späteres Zurückziehen hätte einen hohen Geldbetrag als Strafe und sportliche Sanktionen zur Folge.

Der EHC Arosa war nach Präsentation der Pläne für die Swiss Regio League sehr skeptisch und sprach sich daher von Beginn weg gegen die neue Liga aus. Aus Sicht der Clubführung des EHC Arosa ist die Gründung der Swiss Regio überflüssig und wird die teilnehmenden Teams in verschiedensten Bereichen vor grosse Schwierigkeiten stellen. Allen voran dürfte die neue Liga eine Geldvernichtungsmaschine sein und die Clubs in arge finanzielle Notlage bringen.

Dem EHC Arosa bleibt dennoch nichts anderes übrig, als vorerst an der Interessenskundgebung festzuhalten. Der Club pflegt weiterhin das Ziel, in mittelfristiger Zukunft in die Nationalliga zurückzukehren. Um diesen Schritt weiterverfolgen zu können, muss der Weg über die Swiss Regio League gegangen werden. Der EHC Arosa hat bedenken, bei Nichtdabeisein in der SRL qualitativ nicht mehr genügend gute Spieler für den Club verpflichten zu können.

Der Widerspruch der Swiss Regio League beginnt bereits beim Namen. Von einer regionalen Liga zu sprechen, in der unter anderem vier Mannschaften aus der Westschweiz teilnehmen, mutet absurd an. Eine dritthöchste Liga zu einer nationalen Liga zu formen, gibt der Schweizer Markt schlicht nicht her. Die allermeisten Clubs haben nicht annähernd die finanziellen Möglichkeiten, die Arbeitsausfallsentschädigungen für die Spieler, die ihr Arbeitspensum gezwungenermassen deutlich reduzieren müssen, aufzubringen. Die angedeuteten aber bisher nie zugesicherten Gelder durch Swiss Ice Hockey wären einen Tropfen auf den heissen Stein.

Die Ankündigung, regionale Derbies nur noch unter Woche spielen zu wollen, ist Unsinn und kostet die Clubs viele Zuschauer. Mit der Reduktion der Clubs in der dritthöchsten Liga auf einen Drittel (aktuelle 1. Liga: 34 Teams, zukünftige SRL: 12 Teams), reduziert sich die Spielmöglichkeit für talentierte Elite A-Abgänger massiv. Statt die aus dem höchsten Nachwuchsjahrgang herausfallenden Spieler aufzufangen, nimmt man ihnen noch mehr Kaderplätze weg. Eine Liga für ambitionierte Nachwuchsspieler mit Ziel Nationalliga zu schaffen, die auf Grund der nach unten geschlossenen National League B, keine sportliche Perspektive hinsichtlich Aufstieg bietet, entbehrt jeglicher Logik.

Der EHC Arosa behält sich vor, je nach Entwicklung seine Interessenskundgebung jederzeit zurückzuziehen und die Kröte der hohen Geldbusse und der Sanktion, in den nächsten drei Jahren nicht aufsteigen zu können, zu schlucken. Der EHC Arosa will auf keinen Fall die Zukunft des Clubs auf Grund einer offensichtlichen Liga-Fehlkonstruktion gefährden.

PS: Nach dem EHC Wetzikon hat neu auch der EHC Frauenfeld seinen offiziellen Verzicht auf die Swiss Regio League bekanntgegeben.