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Donnerstag, 22. Dezember 2016

Uralt, aber glücklich vor dem Tannenbaum

Dieses Spiel gegen die Pikes hat den Alterungsprozess auf dramatische Weise beschleunigt. Jeder Jüngling im Stadion hat nach Spielschluss den Nachhauseweg mit gefühlten 100 Jahren mehr auf dem Buckel angetreten. Der 5:4-Sieg im kapitalen Match gegen die Oberthurgauer hievt den EHC Arosa, auch dank den günstigen Spielausgängen in den anderen Matches, im Kampf um die Qualifikation für die Swiss Regio League in eine wieder wesentlich bessere Lage.

Es ist der Abend der vielen Geschichten. Vor allem aber ist es der Abend von Reto Amstutz. Er selber schreibt Geschichte. Sagenhafte vier Tore erzielt er, unter anderem auch das siegbringende und goldwerte 5:4. Unterstützt wird Arosas Captain bei allen seinen Toren von Yannick Bruderer und Nando Jeyabalan. Die Drei sind nicht zu stoppen. Das Siegestor? Klasse. Bruderer spediert die Scheibe ins Drittel der Pikes, Jeyabalan gräbt den Puck aus, zieht zentral und passt zu Amstutz und dieser macht den Reto - was heissen will: Er trifft! In der letzten Spielminute ersetzen die Gäste Goalie Schenkel durch einen sechsten Feldspieler. Die Aroser aber werfen sich in die Schüsse, "beissen" die Hechte ab, knallen die Scheibe unter Druck unzimperlich aus der Gefahrenzone und können beim letzten, ganz brenzligen Abschluss der Pikes auf Goalie Caduff vertrauen.

Es ist aber auch der Match, nein, der Tag von Christopher Williamson. Der Schweiz-Kanadier besteht am Vormittag die Prüfung zum Skilehrer, am Abend erzielt er auf brillante Art in Unterzahl den Treffer zum 2:0. Wie er mit der Scheibe über das halbe Spielfeld sprintet und schliesslich alleine vor dem gegnerischen Torhüter mit Nerven aus Drahtseil diese verwertet, verdient die Höchstnote. Umso bitterer ist Williamsons verletzungsbedingter Ausfall kurz nach Spielhälfte. Silvan Beer bengelt mit seinem Stock auf Chris' Handgelenk, welches gehörig knackst und das Schlimmste befürchten lässt. Noch während das Spiel am laufen ist, wird Williamson in der Praxis Altein geröntgt. Zum gleichen Zeitpunkt, als Amstutz den EHC Arosa ins Glück schiesst, trudelt die Entwarnung ein: Kein Handbruch, nur ein starker Bluterguss bei unserer #25. Die nun anstehende Meisterschaftspause kommt zum richtigen Zeitpunkt, Williamson dürfte beim nächsten Match anfangs Januar 2017 wohl wieder einsatzfähig sein. Gut so, der Mann aus Calgary befindet sich in blendender Form.

Die Aroser und ihre Fans gehen beim Weihnachtsspiel auf Achterbahnfahrt, wie es nun wirklich so kurz vor Heilig Abend nicht zwingend sein müsste. Nach einem glänzenden ersten Drittel und einer hochverdienten 2:0-Führung, riskieren die Schanfigger im zweiten Spielabschnitt alles aus den Händen zu geben. Bezeichnend dafür ist ein fünfminütiges Überzahlspiel, das zum Rohrkrepierer wird. Statt mindestens ein weiteres Tor zu erzielen, kassiert Arosa einen Treffer. Die Mannschaft verliert zeitweilig den Faden und gerät im Schlussabschnitt gar in Rückstand. Es droht ein Waterloo. Lediglich 14 Sekunden nach dem 2:3, befreit Reto Amstutz den EHC Arosa mit seinem Ausgleich aus der sich zuziehenden Schlinge. Die erneute Führung der Bündner können die Pikes zwar nochmals ausgleichen, aber das Kraut "AmJeBru" ist zu stark, der entscheidende Puck verfängt sich im Hechte-Netz.

Die drei gewonnenen Punkte bringen den EHC Arosa wieder in eine viel bessere Lage für die Qualifikation zur Swiss Regio League. Die Aroser haben die spielfreien Seebner bei gleicher Anzahl Partien in der Tabelle überholt. Bülach und Chur haben je eine Heimniederlage erlitten und auch Frauenfeld liess überraschend gegen Weinfelden Federn. Die Pikes EHC Oberthurgau haben weiter an Boden verloren und liegen nun mit einem Match mehr bereits neun Punkte hinter den Schanfiggern zurück. Im ersten Spiel des neuen Jahres empfängt der EHC Arosa den EHC Bülach. Dieser Match ist der absolute Kracher. Beim Betrachten der Tabelle wird schnell klar, was in jener Begegnung der EHC Arosa für eine Chance hat. Jetzt aber heisst's zuerst einmal Platz nehmen vor dem Christbaum. Die drei Punkte darunter sind nun halt schon ausgepackt. Aber das ist schon gut so.

Zahlreiche Fotos zum Match sind auf der EHC Arosa-Facebook-Seite gepostet



EHC Arosa - Pikes EHC Oberthurgau 5:4 (2:0, 0:2 3:2)
Sport- und Kongresszentrum Arosa, 429 Zuschauer, Schiedsrichter Eskola; L. Nater, P. Nater

Tore: 7. Amstutz (Bruderer) 1:0, 13. Williamson 2:0 (SH), 27. Müller (Wildhaber, Suter) 1:0, 36. Mayolani (SH, Schläppi) 2:2, 46. Reinmann (Strasser) 2:3, 46. Amstutz (Bruderer, Jeyabalan) 3:3, 49. Amstutz (Jeyabalan) 4:3, 52. Strasser (Mettler) 4:4, 54. Amstutz (PP, Jeyabalan, Bruderer) 5:4

EHC Arosa: Caduff; Klopfer, Cordiano, Rühl, Steiner, Agha, Hagen, Carevic, Rufer, Amstutz, Däscher, Hostettler, Williamson, Weber, Jeyabalan, Kessler, Holinger, Tonndorf, Dimasi, Coal, Bruderer

Pikes EHC Oberthurgau: Schenkel; Mettler, S. Gartmann, Urech, Wildhaber, Stäheli, Niederhäuser, K. Müller, D. Gartmann, Suter, Beer, Baumgartner, Strasser, Müller, Ambühl,  Mayolani, Schläppi, Reinmann

Strafen Arosa:  4x2 Minuten
Strafen Pikes:  7x2 Minuten + 1x5 Minuten + 2x Spieldauerdisziplinarstrafen (Beer, Wildhaber)

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Guidon

1. Liga Ost, 22. Runde:
21.12.16 20:00, EHC AROSA - PIKES EHC OBERTHURGAU 5:4
21.12.16 20:00, EHC Bülach - EHC Wetzikon 1:2n.V.
21.12.16 20:00, EHC Chur Capricorns - EHC Dübendorf 1:4
21.12.16 20:15, EHC Frauenfeld - SC Weinfelden 4:3n.V.
21.12.16 20:15, EC Wil - EHC Uzwil 2:3

1. Liga Ost, Tabelle:
01. EHC Dübendorf 22/53
02. EHC Frauenfeld 22/46
03. EHC Chur Capricorns 22/44
04. EHC Bülach 22/43
05. EHC AROSA 21/40
06. EHC Seewen 21/39
07. EHC Wetzikon 22/38
08. Pikes EHC Oberthurgau 22/31
09. SC Weinfelden 22/15
10. EHC Uzwil 22/6
11. EC Wil 22/5

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