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Sonntag, 8. Januar 2017

Statt Traubensaft Cola eingeschenkt: Viva auf das 6:2!

Trotz hoher Überlegenheit über das gesamte Spiel hindurch, entscheidet der EHC Arosa das Auswärtsspiel beim SC Weinfelden erst in den letzten acht Minuten. Aroser des Spiels ist Gianrico Cola mit zwei Toren und einem Assist.

Der EHC Arosa ist der Favorit für die Partie. Beim Betrachten der Aroser Aufstellung vor dem ersten Puckeinwurf wird einem dann aber doch mulmig. Im Wissen, dass manche Spieler gesundheitlich stark angeschlagen sind, fehlen mit Captain Reto Amstutz, Christian Däscher, Massimo Cordiano, Nidal Agha und Nando Steiner zudem definitiv gleich fünf Spieler. Als dann auch Ersatz-Captain Fadri Holinger während dem ersten Drittel die Waffen strecken muss, wachsen die Sorgenfalten beim Chronisten weiter an und die Sitzgelegenheiten werden auf der Spielerbank noch komfortabler.

Dennoch sind die Aroser im ersten Spielabschnitt klar überlegen und erspielen sich eine Vielzahl an Torchancen. Die Beste davon ist Andri Kessler Pfostenschuss zu Drittelsmitte. Defensiv allerdings zeigt das Team seine Schattenseiten. Ein unnötiger Fehlpass in der eigenen Zone läutet das Gegentor ein. Die Aroser können den Faux-Pas nicht mehr ausmerzen, weil sie vor dem eigenen Gehäuse viel zu passiv sind und Roman Dolana beim Einnetzen Geleitschutz bieten. Cheftrainer Herbert Schädler ist ab der Spielweise und vor allem ab dem Defensivverhalten ausser sich und nimmt unmittelbar nach dem 0:1 und damit bereits in der 14. Minute sein zur Verfügung stehendes Time-Out. Im ersten Drittel verhindert Goalie Andrin Kunz mit einer unfassbaren Parade noch schlimmeres. Wie er mit einem Zauberhechtsprung, wie ihn kein Fussballtorhüter dieser Welt hingebracht hätte, einen Schuss aufs speerangelweit offene Tor noch abwehrt, verdient die Note 6+.

Im zweiten Drittel spielt der EHC Arosa gefühlte 20 Minuten Powerplay. Die Blaugelben sind fast ausschliesslich in der Weinfelder Zone. Für den betriebenen Aufwand ist die Produktion eher bescheiden, immerhin aber kehren Gianrico Cola und Andri Kessler mit ihren Toren das Skore. Kesslers 2:1 ist dabei sehr sehenswert. Mathias Hagen passt ultrascharf auf Arosas #9, dem die Scheibe etwas vom Stock abspringt. Kessler hechelt dem Puck bis fast zur Torverlängerungslinie hinterher, zieht dann einen scharfen Bogen und bringt irgendwie die Scheibe an Goalie Gemperle noch vorbei. Sein Gegenüber macht in dieser Phase des Spiels für sich selber längstens Bewegungstherapie. Nach geschlagenen 13 Minuten berührt Andrin Kunz zum ersten Mal im mittleren Spielabschnitt den Puck.

Obwohl in der zweiten Drittelspause deutlich besprochen und vorgenommen, verpassen es die Aroser im Schlussdrittel lange Zeit das Tempo aufrecht zu halten. Prompt gelingt den Trauben der Ausgleich. Ausgerechnet Roman Dolana erzielt das 2:2. Er, der in den ersten 20 Minuten für eine Slapstick-Einlage gut ist. Er versucht bei einem fliegenden Wechsel über die Bande zu springen, bleibt dabei aber hängen und fällt danach wie ein Kartoffelsack aufs Spielfeld zurück.

Dolanas Linie ist stets gefährlich, ihr aber gehen, wie den anderen anderthalb Blöcken der Weinfelder auch, in der Schlussphase die Luft aus. Ein Hick in der Spielfeldumrandung ist Assistgeber bei Nando Jeyabalans Match entscheidendem 3:2. Ein versuchter Befreiungsschlag der Gastgeber hinter dem eigenen Tor hindurch bleibt kurioser Weise hängen und springt direkt auf Arosas Toptorschütze zu. "Jeya" donnert schliesslich den Puck zur erneuten Führung, die bis zum Schluss hält. Gianrico Cola mit seinem zweiten Tor sowie Loris Weber und Yannick Bruderer erhöhen das Resultat schliesslich mit ihren Treffern zu einem auf Grund des Stärkeverhältnisses standesgemässen Ergebnis.

Der Sieg des EHC Seewen beim EHC Bülach hat zwei Seiten der Medaille. Einerseits konnte der EHC Arosa zu den Zürcher Unterländern nach Verlustpunkten wieder aufschliessen, andererseits haben die Aroser die Seebner weiterhin stark im Nacken. Am Mittwoch gastieren die Bündner beim überlegenen Leader Dübendorf. Die Glatttaler haben seit 15 Meisterschaftsspielen nicht mehr verloren. Als eine der ganz wenigen Mannschaften weiss der EHC Arosa, wie man in deren Stadion "Im Chreis" gewinnen kann. Am 12. Oktober 2016 siegten die Aroser 5:3. Das nächste Heimspiel bestreitet der EHC Arosa am kommenden Samstag gegen den EC Wil (20.00 Uhr).

video


SC Weinfelden - EHC Arosa 2:6 (1:0, 0:2, 1:4)
Güttingersreuti, Weinfelden, 251 Zuschauer, Schiedsrichter Hungerbühler; Nater, Frei

Tore: 14. Müller (Dolana ,Araujo) 1:0, 24. Cola (PP, Hostettler, Guidon) 1:1, 25. Kessler (Hagen) 1:2, 46. Dolana (Schläppi) 2:2, 52. Jeyabalan 2:3, 55. Cola (Bruderer, Klopfer) 2:4, 57. Weber (Dimasi, Kessler) 2:5, 59. Bruderer (Cola) 2:6

Strafen Weinfelden: 3x2 Minuten
Strafen Arosa: 3x2 Minuten

SC Weinfelden: Gemperle; Gemperli, Müller, Figini, Moser, Schläppi, König, Araujo, Dolana, Hofer, Birrer, Mathis, Bruni

EHC Arosa: Kunz; Klopfer, Rühl, Hagen, Carevic, Dimasi, Weber, Williamson, Hostettler, Jeyabalan, Bruderer, Tonndorf, Kessler, Holinger, Rufer, Guidon, Cola

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Amstutz, Däscher, Cordiano, Agha und Steiner

1. Liga Ost, 24. Runde:
07.01.17 17:30, SC WEINFELDEN - EHC AROSA 2:6
07.01.17 17:30, EHC Wetzikon - EHC Dübendorf 2:6
07.01.17 17:45, EHC Bülach - EHC Seewen 3:4
07.01.17 18:00, EC Uzwil - EHC Chur Capricorns 2:12
07.01.17 20:15, EHC Frauenfeld - EC Wil 9:1

1. Liga Ost, Tabelle:
01. EHC Dübendorf 24/59
02. EHC Chur Capricorns 24/50
03. EHC Frauenfeld 24/49
04. EHC Bülach 24/46
05. EHC AROSA 23/43
06. EHC Seewen 23/42
07. EHC Wetzikon 24/41
08. Pikes EHC Oberthurgau 23/34
09. SC Weinfelden 24/15
10. EHC Uzwil 23/6
11. EC Wil 24/5

Gianrico Cola mit dem Tor zum 4:2 und damit zur Entscheidung zugunsten des EHC Arosa.


Der EHC Arosa hat Torchancen im Überdruss.


Die Kinder tragen Trikots- und Shirt, die bereits der Papa getragen hat. Der EHC Arosa wird über Generationen hinweg weitergegeben!


Der EHC Arosa darf auch in Weinfelden auf irre Unterstützung zählen.


Ein Leben für den EHC Arosa: Die "Geissers"



Bärble und EHC Arosa-Plüschbär "Guido"