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Samstag, 19. August 2017

Den Schweizer Amateurmeister bis aufs Letzte gefordert

Diese Aroser Mannschaft hat Herz, grosses Herz! Obwohl das Team zum Ende des Trainingslagers und zwei Matches innert 20 Stunden total auf dem Zahnfleisch läuft, presst sie gegen den HC Sion nochmals alles heraus. Den entscheidenden Gegentreffer kassiert der EHC Arosa gegen den Schweizer Amateurmeister erst fünf Minuten vor Schluss.

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Was waren das für Tage für den EHC Arosa. Seit Mittwoch im Trainingslager, schlauchten die beiden Trainer Marc Haueter und Goran Manojlovic die Mannschaft fast rund um die Uhr. Selbst nach dem unglaublich intensiven Match und dem Sieg über den NLB-Club GCK Lions am Freitagabend, stand die Mannschaft schon am Samstagvormittag wieder für eine nächste Trainingseinheit auf dem Eis. Ohne Rücksicht auf das Spiel am Abend gegen Sitten wurde gearbeitet. 

Der HC Sion, gespickt mit Spielern aus der Mannschaft des Konkurs gegangenen NLB-Vereins HC Martigny, powert vom ersten Puckeinwurf an. Die Aroser sind enorm gefordert und wehren sich gegen die Westschweizer mit einem Einsatz und einer Leidenschaft, das es eine wahre Freude ist. Nach rund zehn Minuten scheinen die Aroser das Laktat rausgetrampt zu haben und sind nun im Spiel drin. In der Schlussphase des ersten Drittels demonstrieren die Blaugelben ein Powerplay nach Bilderbuch. Patrick Bandiera, Olivier Hostettler und Ramon Pfranger lassen den Puck mit einer Leichtigkeit in ihren Reihen tanzen, dass gar Tanz-Guru und Oberkritiker Joachim Llambi eine "10" geben würde.
Voller Einsatz der Aroser gegen den Schweizer Amateurmeister.
Im zweiten Spielabschnitt scheint die Aroser Zitrone ausgepresst. Die Spieler geben ihr Letztes und noch mehr, machen aber in der Müdigkeit und Erschöpfung zu viel zu kompliziert. Prompt schleichen sich Fehler ein. Ein Solcher führt nach einem Konter zum 1:2-Rückstand. In der Garderobe besinnt sich die Mannschaft nochmals, zieht die richtigen Konsequenzen aus dem Mittelabschnitt und kann fürs Schlussdrittel nochmals zulegen.

Das Ausgleichstor zum 2:2 ist grosse Klasse. Patrick Bandiera legt im Überzahlspiel für Adriano Pennaforte auf und der hämmert die Scheibe brillant ins Netz. Herausragend im Match ist EHC Arosa-Goalie Sven Salis. Der Begriff des "Hexers" mag abgelutscht sein, im Fall Salis' darf er aber getrost nochmals aus der Mottenkiste geholt werden.
EHC Arosa-Verteidiger Nando Steiner bearbeitet einen Sittener.
Erst in den letzten fünf Minuten setzen sich die Walliser mit zwei Toren doch noch durch. Es ist zwar nur eine Vermutung, aber nicht zu weit hergeholt, dass die Aroser in frischem Zustand den Schweizer Amateurmeister bezwungen hätte. Das nächste Testspiel für die kommende Saison bestreitet der EHC Arosa am Dienstag, 29. August 2017 auswärts gegen die VEU Feldkirch (zweithöchste Liga Oesterreich/Slowenien/Italien).

EHC Arosa - HC Sion 2:4 (1:0, 0:2, 1:2)
Sport- und Kongresszentrum, Arosa, 320 Zuschauer, Schiedsrichter Gäumann; Bachelut, Schlegel

Tore: 17. Pfranger (PP, Hostettler, Bandiera) 1:0, 26. El Assaoui (PP, Seydoux) 1:1, 34. Sammali (Bonvin, Wyssen) 1:2, 48. Pennaforte (PP, Bandiera) 2:2, 55. Bonvin (Sammali, Wyssen) 2:3, 58. Merola (PP, El Assaoui) 2:4

Strafen Arosa: 11x2 Minuten
Strafen Sion: 8x2 Minuten

EHC Arosa: Gadient; Agha, Pennaforte, Carevic, Dimasi, Steiner, Klopfer, Pfosi, Amstutz, Gruber, Holinger, Roner, Bruderer, Weber, Hostettler, Pfranger, Bandiera, Cola, Caflisch

HC Sion: Streit; Oudelet, Kalbermatten, El Assaoui, Zumstein, Loeffel, Wyssen, Merola, Curty, Guex, Seydoux, Rosset, Sammali, Bonvin, Girardin, Wüthrich, Vuilleumier, Currit

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Sprecher (verletzt) und Webster (noch mit Perth Thunder im Einsatz)