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Mittwoch, 28. Februar 2018

4:2! Wenn Eiszapfen Samba tanzen und Frostbeulen zu Dermatitis hidrotica werden

Sturz der Aroser Lawine über Bellinzona! Der EHC Arosa gewinnt das zweite Playoff-Halbfinalmatch zu Hause gegen den Favoriten aus dem Tessin 4:2. Mister Obercool ist Livio Roner. Der "Killer" killt die GDT mit zwei Toren und führt die Schanfigger zum 1:1-Ausgleich in der Serie.

Draussen ist's klirrend kalt! Autos machen schlapp, Hunde tragen die dicksten, je produzierten Mäntelchen, an den Gestaden des Obersees bilden sich Eisskulpturen und die Skifahrer sehen schwarz und laufen blau an. Mit Minus 20 Grad Celsius ist Arosa an diesem Dienstag kältemässig in Helvetia ganz vorne mit dabei.

Drinnen dagegen ist's süttig heiss - zumindest empfinden es die fast 900 Zuschauer, die zugleich Saisonrekordkulisse bedeuten, so. Das Sport- und Kongresszentrum Arosa erlebt einen gewaltigen Eishockeyabend. Und die Fans müssen trotz auch im Stadion vorherrschender frischer Luft, die Jacke öffnen. Das Match ist packend, faszinierend, fast immer auf Messers Schneide und in der Schlussphase fast nicht mehr zum zuschauen. Der EHC Arosa ist so nahe am ersten Sieg in den Halbfinals, führt 3:1. Und hat Powerplay. Zu spielen sind keine zwei Minuten mehr. Das müsste es doch sein!
EHC Arosa-Stürmer Fadri Holinger beschäftigt gleich zwei Bellinzonesi.
Ist es nicht. Den Bellinzonesi gelingt doch tatsächlich in Unterzahl der 2:3-Anschlusstreffer. "Gottfried Stüdeli, namal!" Keiner der Zuschauer getraut sich mehr zu atmen. Es ist nicht zum aushalten! Anspiel im Mittelkreis. Puckbesitz Bellinzona. Die Tessiner kommen mit ihrer Paradelinie um die langjährigen NLA-Spieler Lakhmatov und Schena. Heiss wird's vor Arosa-Goalie Kunz. Grausam heiss. Die Beine der Schanfigger scheinen in diesen Momenten nur noch Pudding zu sein. Dann aber die totale Befreiung! Ramon Pfranger erlöst den EHC Arosa mit dem Tor ins leere Tor! Manch einer auf den Tribünen macht drei Kreuze! Der Sieg ist eingetütet. 4:2. Die Fans stimmen hundertfach "Arosa isch besser an".

780 Zuschauer sehen das zweite Playoff-Halbfinalspiel - Saisonrekord!
Ende gut, alles gut. Dabei müsste der Sieg längstens unter Dach und Fach sein. Die Aroser kommen nach einer durchzogenen Leistung und einem 0:1-Rückstand zum zweiten Drittel aufs Eis zurück. Der EHC Arosa hat nun jegliches Zögerliche abgeschüttelt. Die Mannschaft spielt gradlinig, hart, schnell, mit tiefer Fehlerquote und einem stoisch ruhigen Goalie Kunz zwischen den Pfosten. Livio Roner verwandelt den Rückstand durch seine zwei Tore in eine Führung nach 40 Minuten. Vor allem der zweite Treffer ist Balsam auf die geschundene Powerplay-Seele. Die Mannschaft bekundet in diesem Match lange Zeit Mühe im Überzahlspiel und verbratet dabei so einige Möglichkeiten. Immerhin bleibt das Team ruhig und geduldig. Und das zahlt sich aus. Bei der sechsten Gelegenheit kachelt es endlich!
Super, Livio! 2:1!
Nun ist der Powerplay-Knopf gelöst. Olivier Hostettler brettert seinen Distanzschuss beim nächsten Überzahlspiel zum 3:1 in die Maschen und erzielt damit den Game Winner. Der EHC Arosa legt in diesem Match einen eindrücklichen Steigerungslauf hin und wird im Verlauf der Partie immer besser. Die Leistung ist insgesamt so erfreulich, dass die vom Stadiondach herunterhängenden Eiszapfen im Untereiszapfenleibsbereich vor Begeisterung sich sehr sexy-rhythmisch beginnen zu kreisen und all die erlittenen Frostbeulen der am Nachmittag noch skifahrenden Matchbesucher sich zu Hitzepickeln (Professor Klaus Brinkmann spricht in den 1985 bis 1989 70 ausgestrahlten Folgen der Schwarzwaldklinik von "Dermatidis hidrotica") entwickeln.

Danke., Fans! Die Stimmung und Unterstützung im Stadion war grandios!
Der EHC Arosa schafft es mit seinem Spiel, die angezapfte Eiseskälte aus Russland bei den Zuschauern in wohlig warme Luft zu verwandeln, Auch wenn's zum Schluss nochmals eng wird, haben die Matchbesucher so richtig heiss bekommen und blockieren noch beim Verlassen des Stadions den kommenden Sonntagnachmittag komplett für ihren EHC Arosa. Dann nämlich laden die Aroser zum zweiten Playoff-Halbfinalheimspiel (17 Uhr). Zuerst allerdings geht's für die Schanfigger diesen Donnerstag zu einer weiteren Partie nach Bellinzona (20.15 Uhr). Wiederum organisiert der Fanclub Graubünden einen Extracar.

Final noch eine Meldung für alle Leseratten der Bücher von Ernest Hemingway. Aus dessen Praktikanten-Feder gibt es von diesem Spiel keine neue Novelle. Das Schiedsrichter-Trio Baumann, Breitenmoser und Eichenberger hat insgesamt eine gute Linie und schreibt seine eigene, positive Geschichte.

EHC Arosa - GDT Bellinzona 4:2 (0:1, 2:0 2:1)
Sport- und Kongresszentrum, Arosa, 870 Zuschauer (Saisonrekord), Schiedsrichter Baumann; Breitenmoser, 

Tore: 8. Bionda (Schnüriger, Fuchs) 0:1, 24. Roner (Carevic, Cola) 1:1, 40. Roner (PP, Bruderer, Hostettler) 2:1, 47. Hostettler (PP2, Gruber) 3:1, 59. Albisetti (SH, Gianella, Bianchi) 3:2, 60. Pfranger 4:2

Strafen EHC Arosa: 9x2 Minuten
Strafen GDT Bellinzona: 10x2 Minuten

EHC Arosa: Kunz; Agha, Haueter, Hoffmann, Carevic, Pfosi, Klopfer, Cola, Roner, Bruderer, Bandiera, Bossi, Pfranger, Gruber, Amstutz, Weber, Webster, Hostettler, Holinger

GDT Bellinzona: Beltrametti; Spinetti, Gianella, Rochat, Salerno, Bortolin, Fratessa, Roselli, Schena, Lakmatov, Schena, Bianchi, Bionda, Schnüriger, Fuchs, Schmid, Juri, Guidotti, Albisetti, Christen, Bernasconi

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Sprecher und Steiner (beide verletzt), Dimasi (krank), Gadient (überzählig)

Playoff-1/2-Finals, 2. Runde (Best-of-five):
EC Wil (6.) - EHC Wetzikon (1.) 2:4 (0:2)
EHC Arosa (4.) - GDT Bellinzona (2.) 4:2 (1:1)

Playout-Final, 4. Runde (Best-of-five):
SC Weinfelden (10.) - EHC Uzwil (9.) 28.2.18 (2:1)


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Nächstes Heimspiel
PLAYOFF 1/2-FINAL, 4. Runde
EHC AROSA - GDT BELLINZONA

Sonntag, 4. März 2018, 17.00 Uhr
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