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Freitag, 2. März 2018

Hausgemachte Niederlage

Wenig fehlt und dem EHC Arosa gelingt der Coup im Tessin. Und was fehlt? Disziplin. Die Aroser verlieren das dritte Playoff-Halbfinalspiel bei der GDT Bellinzona 3:4. Man neigt zu sagen: Selbst eingebrockt.

Diese Niederlage gehört in zwei Kategorien: "Ärgerlich" und "vermeidbar". Eigentlich alle entscheidenden Szenen, die schliesslich zum 3:4-Spielausgang führen, können abgekürzt mit den zwei Begriffen definiert werden. Beim 0:1 wird der Puck ohne Not über die Spielfeldumrandung spediert. Zwar überstehen die Aroser jene Strafe, sind aber bei Ablauf des Ausschlusses unsortiert und kassieren zwei Sekunden nach nummerischem Gleichstand doch noch das Gegentor. Ärgerlich und vermeidbar.

Mitte des zweiten Drittels läuft die Spielentwicklung vollends für den EHC Arosa, der unterdessen durch Ramon Pfrangers zweiten Treffer 2:1 führt. Kaum ist nach dem Treffer wieder angespielt, leisten sich die Aroser ein wiederholt ungeschicktes Zweikampfverhalten und werden bestraft. Davide Bianchi nimmt den Schanfiggern kurz vor der Pause die Freude und Herrlichkeit und gleicht das Resultat aus. Ärgerlich und vermeidbar.

Zu Beginn des Schlussabschnittes geraten die Aroser zwar unter Druck, behalten aber die Ruhe und können auf einen exzellenten Goalie Andrin Kunz vertrauen. Als der Zug der Bellinzonesi nachzulassen beginnt, passiert den Blaugelben ein so was von unnötiger Scheibenverlust in der eigenen Zone. Der Puck wird viel zu lange gehalten und damit gelaufen - und zwar solange, bis irgendwann Alain Rosselli dazwischen rauscht, auf Kunz zufahren und ihn mit einem Hocheckschuss bezwingen kann. Ärgerlich und vermeidbar.

Der EHC Arosa, dessen Überzahlspiel in einer Vielzahl an Matches in dieser Saison nicht so funktioniert hat wie gewünscht, ist spätestens in den Halbfinals eine Waffe. An diesem Abend erreicht das Powerplay die galaktische Erfolgsquote von 50 Prozent. Auch den dritten Treffer erzielen die Aroser mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Captain Reto Amstutz trifft sechs Minuten vor Schluss zum 3:3 und bringt das Momentum auf die Gästeseite. Und dann passiert's wieder. Zum zehnten Mal in diesem Match. Strafe gegen den EHC Arosa. Es ist die eine Strafe zu viel. Die GDT lässt die Scheibe zirkulieren und zirkulieren - Solange, bis es einschlägt. Ärgerlich und vermeidbar.

Die Aroser sind an diesem Abend nahe dran, Bellinzona auszuhebeln. Die Mannschaft hat eine sehr gute Chancenauswertung und macht vieles richtig. Und doch nicht alles. Vor allem gegen dieses Bellinzona macht sie zu viel Entscheidendes nicht gut. Häufig unnötige Puckverluste, eine magere Bully-Gewinnausbeute und mangelnde Disziplin und Selbstbeherrschung, die in einer Vielanzahl an vermeidbaren Strafen enden, sind bei diesem spielstarken Gegner Gift.

Das Gute: Der EHC Arosa hat, trotz all diesen Unzulänglichkeiten an diesem Abend, lange Zeit die Chance auf den Sieg. Gelingt es dem Team am Sonntag die aufgeführten Punkte zu verbessern, werden die Aroser auch das zweite Halbfinal-Heimspiel gewinnen. Und das zweite Gute: Trotz der Niederlage ist nichts Entscheidendes passiert. Die Aroser haben nach wie vor alle Möglichkeiten, den Playofffinal zu erreichen. Dies passt wohl Bellinzona-Stürmer Giona Bionda gar nicht. Am Donnerstagabend zeigt er den Arosa Anhängern immer wieder den Mittelfinger und das Selbstbefriedigungshandzeichen. Es sind die einzigen Aktionen, in denen ihn die Zuschauer wahrnehmen.

Der EHC Arosa dankt allen mitgereisten Fans, dass sie sich, speziell unter der Woche, die Mühe für die lange An- und Heimreise gemacht haben. Eine grosse Freude machten Nick und Annette Woodward dem Club. Die Gastgeber vom Home Hotel Arosa, die die Aroser als Sponsor kräftig unterstützen, sind ebenfalls extra angereist um die Mannschaft vor Ort zu supporten. Und zuletzt ein Dankeschön an Marco Eberle fürs Übertragen des Matches.

Am kommenden Sonntag um 17 Uhr geht's weiter. Bereits Donnerstagnachts auf der Rückfahrt nach Arosa herrscht bei den Spielern eine ungemeine Zuversicht für Spiel Nummer 4. Zu Hause ist der EHC Arosa unterdessen eine Macht. Wetten, dass es einen hausgemachten Sieg gibt?
Die Aroser machen in der Zone der Bellinzonesi Dampf.

GDT Bellinzona - EHC Arosa 4:3 (1:1, 1:1, 2:1)
Pista di Ghiaccio, Bellinzona, 318 Zuschauer, Schiedsrichter Graber; Nater, Iseli

Tore: 4. Bianchi (Juri, Fuchs) 1:0, 18. Pfranger (PP, Weber) 1:1, 34. Pfranger (PP, Hoffmann) 1:2,  34. Bianchi (PP, Juri, Spinetti) 2:2, 45. Rosselli (Schnüriger) 3:2, 54. Amstutz (PP, Pfranger, Webster) 3:3, 57. Schnüriger (PP, Schena, Masa) 4:3

Strafen GDT Bellinzona: 6x2 Minuten
Strafen EHC Arosa: 10x2 Minuten

GDT Bellinzona: Beltrametti; Spinetti, Gianella, Rochat, Salerno, Bortolin, Fratessa, D'Ambrogio, Bernasconi, Masa, Lakmatov, Schena, Bionda, Schnüriger, Fuchs, Rosselli, Juri, Guidotti, Albisetti, Bianchi, Schmid

EHC Arosa: Kunz; Agha, Haueter, Hoffmann, Carevic, Pfosi, Klopfer, Cola, Roner, Bruderer, Bandiera, Bossi, Pfranger, Gruber, Amstutz, Weber, Webster, Hostettler, Holinger

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Sprecher und Steiner (beide verletzt), Dimasi (krank), Gadient (überzählig)

Playoff-1/2-Finals, 3. Runde (Best-of-five):
EHC Wetzikon (1.) - EC Wil (6.) 4:2 (3:0)
GDT Bellinzona (2.) - EHC AROSA (4.) 4:3 (2:1)

Playout-Final, 5. Runde (Best-of-five):
EHC Uzwil (9.) - SC Weinfelden (10.) 4.3.2018 (2:2)


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Nächstes Heimspiel
PLAYOFF 1/2-FINAL, 4. Runde
EHC AROSA - GDT BELLINZONA
Sonntag, 4. März 2018, 17.00 Uhr
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