Google+

Mittwoch, 7. März 2018

Raub aller Sinne: EHC Arosa im Playoff-Final!

Mit einer irrsinnigen Leistung schickt der EHC Arosa Favorit Bellinzona in die Ferien und zieht nach Jahren des unten durch müssens in den Playoff-Final gegen das bereits dafür qualifizierte Wetzikon ein. Livio Roner gelingt in der 58. Minute das entscheidende Tor und löst bei Spielschluss beim Team und den über 100 mitgereisten Fans Glücksmomente aus, die selbst der reichste Mann auf Erden nicht kaufen kann.




Jeff Bezos hat mit über 100 Milliarden Dollar am meisten Batzelis von allen 7,5 Milliarden Erdenbewohnern auf der Seite. Er kann sich alles kaufen. Alles. Ausser diesen Moment an diesem Dienstagabend in der Eisbahn von Bellinzona. Giona Bionda, der Mann mit dem Selbstbefriedigungshandzeichen an die Adresse der Aroser Fans in Match 3, kommt zwei Sekunden vor Schluss nochmals freistehend aus günstiger Position zum Abschluss. Aber: Da ist er, der Mann aus Olten (31,9km entfernt von Sursee). Der dumpfe Ton nach dem Aufprall des Pucks am linken Beinschoner von Goalie Andrin Kunz schwebt als eine Art neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven wunderbar angenehm in den Gehörgang jedes Arosa-Fans. Es ist die letzte Aktion im Match und somit Auslöser von Glückshormonen, die kein Apotheker in seinem Medizinschrank führt.

Der EHC Arosa fügt dem Tessiner Giganten, dessen Kader gespickt mit langjährigen NLA- und NLB-Spielern ist, die erste Heimniederlage nach viereinhalb Monaten zu. Und es ist die Entscheidende in dieser fantastischen Halbfinal-Serie. Beide Mannschaften zeigen tollen Eishockey-Sport, der jeden Zuschauer begeistert. Begeisternd ist vor allem die unfassbare Leiden- und Einsatzbereitschaft der Aroser Spieler. Jeder Einzelne zerreisst sich in einem Mass, wie er es wohl bisher noch nie getan hat. Die Jungs schmeissen sich in jeden Schuss. Alle. Keiner zieht zurück. Jeder opfert sich bis zum Letzten auf. Und vor allem spielt die Mannschaft ungemein diszipliniert. Das Tor, das der EHC Arosa in Unterzahl zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich einstecken muss, ist ein Schönheitsfehler. Die Bellinzonesi erzielen es acht Sekunden vor Ende des ersten Drittels und kommen dadurch mit einem blauen Auge aus den ersten 20 Minuten heraus, in denen der EHC Arosa deutlich besser ist.

Im Mittelabschnitt verlieren die Aroser über längere Phasen den Überblick und geraten zum Teil gehörig unter Druck. Goalie Andrin Kunz stärkt seinen Vorderleuten immer wieder mit glänzenden Abwehraktionen den Rücken. Beim Führungstreffer durch Dean Schnüriger ist der Aroser Schlussmann machtlos. Der GDT-Stürmer, der von der EHC-Hintermannschaft vergessen geht, behält alleine vor Kunz die Nerven und trifft. Trotz des Rückstandes sind die Arosa-Fans in der Drittelspause hinsichtlich des Spielausgangs absolut zuversichtlich und überzeugt, dass ihre Lieblinge zum Schluss wild tanzen, das Eis küssen und den Hockeygöttern danke sagen können.

Und genauso kommt's. Gianrico Cola gleicht zu Beginn des Schlussabschnittes aus und entzieht den Gastgebern merklich Energie. Die Aroser treten in diesem dritten Drittel ungemein abgezockt und mit Energie im Überfluss scheinend, auf. Wie schon in der Startperiode sind die Blaugelben auch im Abschnitt 3 das klar bessere Team. In der 58. Minute der grosse Moment. Olivier Hostettler, der an diesem Abend als Verteidiger aufläuft, holt hinter dem eigenen Tor Anlauf und führt die Scheibe, trotz immer mehr Fahrt, mit einer enormen Souveränität zuerst durch die Verteidigungs- und dann durch die Mittelzone. Und schliesslich ist da noch der Masspass auf Livio Roner, der mit Zug angebraust kommt, den Puck perfekt mitnehmen und ihn schliesslich mit einem satten und präzisen Halbhochschuss am verdutzten Bellenz-Goalie Beltrametti vorbei in die Maschen setzt. GOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOAAAAAAAAAL, EHC AROOOOSA!

Riesiger Torjubel beim EHC Arosa!

Es ist der ideale Zeitpunkt für den angesetzten K.O.-Schlag. Die Bellinzonesi wüten zwar zum Schluss nochmals, aber es nützt alles nichts mehr. Um 22.20 Uhr brechen auf der Tribüne, die fast ausschliesslich von den Aroser Fans besetzt ist, alle Dämme. Die vier Kuhglocken werden so stark gebimmelt, so dass es die Kallen fast durch die Bleche schlägt. Die Anhänger machen dermassen Lärm, dass wohl gar die Tessiner Polizei, die den Ruf hat, lieber ein bisschen auf "Dolce far niente" zu machen, sich zumindest überlegt, den traditionellen Cappuccino vor dem Einschlafen im Grotto Dei Pacifici kurz zur Seite zu schieben und 'mal bei der Pista die Ghiaccio vorbeizufahren und beim Hintereingang hinein zu spienzeln. Die Fans feiern die Mannschaft und die Mannschaft feiert die Fans. Zusammen hat man's gepackt und gemeinsam die Seuchenjahre an die Burgmauern der Castelli di Bellinzona geklatscht.

In der Garderobe des EHC Arosa geht sowas von die Post ab - Noch mehr, als es Postchefin Susanne Ruoff derzeit lieb ist. Und dies alles in Garderobe 4. Die Bellinzonesi Eismeister haben verdankenswerterweise die Aroser von der Umkleide Nummer 3, in denen sich die Bündner bisher immer umziehen mussten und schliesslich auch verloren haben, unaufgefordert von sich aus befreit und ins "Vieri" verfrachtet. "Der Aberglaube ist die Poesie des Eishockeylebens; deswegen schadet's dem Spieler nicht, abergläubisch zu sein." Und so erhält auch ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe in leicht abgeänderter Form in diesem Matchbericht noch einen Platz. Apropos: Der zweite und letzte Playoff-Finalplatz ist fortan vergeben. Er gehört dem EHC Arosa.


Der EHC Arosa und seine über 100 mitgereisten Fans nach Spielschluss.

GDT Bellinzona - EHC Arosa 2:3 (1:1, 1:0, 0:2)
Pista di Ghiaccio, Bellinzona, 813 Zuschauer, Schiedsrichter Häusler; Breitenmoser, Blatti

Tore: 17. Roner (Cola, Bruderer) 0:1, 20. Schnüriger (PP, Gianella) 1:1, 38. Schnüriger (Rosselli) 2:1, 43. Cola (Bruderer) 2:2, 58. Roner (Hostettler) 2:3

Strafen GDT Bellinzona: 4x2 Minuten
Strafen EHC Arosa: 5x2 Minuten

GDT Bellinzona: Beltrametti; Spinetti, Gianella, Rochat, Salerno, Bortolin, Fratessa, Capella, Bianchi, Lakmatov, Schena, Bionda, Schnüriger, Bernasconi, Rosselli, Juri, Guidotti, Albisetti, Fuchs, Schmid

EHC Arosa: Kunz; Agha, Hostettler, Hoffmann, Carevic, Pfosi, Klopfer, Webster, Cola, Roner, Bruderer, Bandiera, Bossi, Pfranger, Holinger, Amstutz, Weber, Gruber

Bemerkungen: EHC Arosa ohne Sprecher und Steiner (beide verletzt), Dimasi (krank), Haueter (Davos-Elite), Gadient (überzählig)

Playoff-1/2-Finals, 5. Runde (Best-of-five):
GDT Bellinzona (2.) - EHC AROSA (4.) 2:3 (2:3)

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Nächstes Heimspiel
PLAYOFF-FINAL, 2. Runde
EHC AROSA - EHC WETZIKON
Samstag, 10. März 2018, 20.00 Uhr
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

#fanartikel #fanartikel #fanartikel #fanartikel #fanartikel #fanartikel
EHC AROSA-ONLINESHOP
#fanartikel #fanartikel #fanartikel #fanartikel #fanartikel #fanartikel